Musicians: Alon Nechushtan p, composer, Ken Filiano b, Bob Meyer dr, Special Guest: Harold Rubin cl
Einst hatte Jackson Pollock das „Action Painting“ bekannt gemacht, er wurde zu einem der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts. Diese Kunstform betrachtet die Improvisation in der Malerei als zentrales Element. Oft wird Farbe nicht mit dem Pinsel aufgetragen, sondern zum Beispiel tropfenweise, manchmal direkt aus der Dose auf die Leinwand aufgebracht. Einfache Materialien und Techniken führten zu verblüffenden Ergebnissen. Trotzdem ist das keinesfalls Dilettantismus, sondern geschieht auf der Basis der umfassenden Kenntnis aller gegebenen Strukturen und Techniken. Aber begnügen sich eben nicht mit vorgegebenen Strukturen. Die „Action Suite“ des Pianisten Alon Nechushtan folgt ähnlichen Überlegungen: Auf der Basis der virtuosen Beherrschung des Musik-Instrumentariums und mit einer klaren Vorstellung dessen, was die in freier Improvisation entstehenden Musikstücke zum Ausdruck bringen sollen, entsteht eine Reihe von Preziosen – und diese wachsen in einem Gesamtkunstwerk zusammen. Freie Improvisation in diesem Sinne ist das Gegenteil von vorraussetzungslos. Im Gegenteil: Sie funktioniert erst dann, wenn jedes einzelne Mitglied der Band all sein Wissen, seine Erfahrungen und seine Fähigkeiten in ein gemeinsames und innerlich vernetztes Werk einbringt. Das macht die große Faszination von „Ritual Fire“ aus: Eine selten gewordene innere Übereinstimmung der Musiker, die freie Improvisationen für den Zuhörer als komponiert erscheinen lassen.
CD DetailsMusicians: Timucin Sahin 6 string electric guitars, 7 string electric guitar, John O'Gallagher as, Tyshawn Sorey dr, Christopher Tordini contrabass, Ralph Alessi tp
Auf seiner zweiten CD bei Between the Lines (nach ‚Bafa‘, BTLCHR 71221, 2009) klingen erneut seine Einflüsse und Anregungen durch, die von seinem intensiven Studium der südindischen Musik und der Harmonik Ornette Coleman´s bis hin zu seiner Begeisterung für Rockbands von Led Zeppelin bis Van Halen reichen. Und doch werden sie nicht zu klischeeartigem Zitieren missbraucht, sondern erreichen uns subtil. Man muss schon genau zuhören, um die Geschichten, die Sahin erzählt, zu verstehen. Lässt man sich aber darauf ein, ist man gefesselt und fasziniert von den intensiven, detail-verliebten Erzählungen, aber auch von den plötzlichen Wendungen, dem sorgfältigen Spannungsaufbau durch ungewöhnliche Harmoniefolgen, und dem dann wieder von freier Assoziation dominierten Ausschmücken.
CD DetailsMusicians: Peter van Huffel as, Roland Fidezius b, noise, Rudi Fischerlehner dr, perc
Ein Amalgam aus Hard Rock, Jazz, Grunge, Metal – und noch viel mehr, wofür es aber keine Begriffe gibt. Das ganze klingt zugleich urban und natürlich, intellektuell und emotional, strukturiert und frei. Und niemals: langweilig.
CD DetailsMusicians: Yitzhak Yedid p, Sami Kheshaiboun arabic violin, Ora Boasson Horev double b
Yedid komponierte das neue Werk in Australien, wo er seit einigen Jahren lebt, und es wurde in der Henry Crown Symphony Hall (Jerusalem) im März 2010 uraufgeführt. Wie klassische Werke westlicher Komponisten ist es dazu gedacht, am Stück gehört zu werden: dann erschließen sich erst die Spannungsfelder, die die Suite kreiert: zwischen Ost und West, zwischen Klassik und Moderne, dem Religiösen und dem Säkularen, zwischen Komposition und Improvisation. Und so wenig, wie sich der Konflikt im Nahen Osten in Luft auflöst, so wenig wird die musikalische Spannung aufgelöst. Eine Herausforderung für den Hörer, der am Ende fragend und forschend, aber weder hoffnungslos noch ratlos zurück bleibt.
CD DetailsMusicians: Jeff Denson b, voc, Ralph Alessi tp, Florian Weber p, Dan Weiss dr
Farben, Strukturen, Bilder, die ihn emotional berühren – für Jeff Denson sind das die Initialzündungen beim komponieren neuer Stücke. Sie gruppieren sich um ihn und verdichten sich zu einer imaginären „Secret World“. Von diesem imaginöre Punkt an ergibt sich Ton für Ton, Harmonie für Harmonie. Am Ende steht ein Werk, das den Hörer in diese Denson´sche Welt entführt. Dort begegnen dem ihm wieder die Inspirationen, die einst die Komposition ausgelöst haben: hier ein Wasserfall, ein in allen Farben schillernder Sonnenuntergang, dort Herbstlaub, in Nebel gehüllte Wälder. Notwendigerweise reicht dazu ein schlichter Groove oder eine simple Melodielinie nicht aus, und die Beschränkung auf einen Stil oder ein Genre müsste scheitern. So ist das Mosaik der „Geheimen Welt“ aus den bunten Steinen zusammengesetzt, die der Jazz und die aktuelle klassische Musik, der R&B und der Blues, die Popmusik und die alte Kammermusik liefern. Berührende, eindringliche Musik, die geradezu eine Sogwirkung entfaltet.
CD DetailsMusicians: Christoph Irniger ts, Vera Kappeler p, Christian Weber b, Michael Stulz d
Das von Tenorsaxophonist Christoph Irniger geleitete Quartett-Projekt Pilgrim ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass manchmal das Gesamte weit mehr ist als die Summe seiner Einzelteile. Jeder einzelne Protagonist befindet sich weit draußen, weit entfernt von den showcase rooms, in denen gut ausgebildete Musiker meinen, ihr Können durch Präsentation ihrer technischen Fertigkeiten im „höher-schneller-weiter“-Stil zu dokumentieren. Stattdessen gilt das Prinzip der Reduktion – oder „weniger ist mehr“. Mit nur minimal(istisch)en Klängen jedes Einzelnen schaffen die Pilgrim-Musiker einen in dieser Art überraschend vollen, runden, dichten Rundum-Sound, der sich nur schwer kategorisieren lässt. Neben den sparsam eingesetzten Tönen werden auch melodische wie rhythmische Stilelemente nie ausgeweidet, höchstens angerissen, um bald in neue Kanäle zu fließen. Dazu wird dieser individuelle Klangkosmos ergänzt durch unkonventionelle Farbtupfer. Wie zum Beispiel die von Vera Kappeler gezupften schnarrenden Klaviersaiten oder den von Christian Weber derart gestrichenen Kontrabass, dass er glatt mit einer Bassklarinette verwechselt werden könnte.
CD DetailsMusicians: Carlo Costa drums, JP Schlegelmilch piano and glockenspiel, Pascal Niggenkemper bass
„Ist es möglich, Türen zu öffnen, ohne andere schließen zu müssen? Kann man kontrastierende Stile so vereinen, dass sie wie aus einem Guss wirken?“ fragt Carlo Costa in den Liner Notes zu dieser CD. Und beschreibt gleich den Idealzustand: „Jeder Quelle muss mit Respekt begegnet werden, aber es darf nichts heilig oder tabu sein. Ich hoffe, mit dieser Aufnahme sind wir diesem Ideal nahegekommen.“
CD DetailsMusicians: Leo Bachmann tuba, Madeleine Bischof contrabass-flute, Thomas K.J. Mejer contrabass saxophone
Kann Musik noch mehr in die Tiefe gehen? Seit nunmehr knapp 20 Jahren setzten Bachmann, Bischof und Mejer ihre riesigen Kontrabass-Blasinstrumente ein, um ihnen ein schier unerschöpfliches Klangspektrum zu entlocken.
CD DetailsMusicians: Yitzhak Yedid p
Bei den Aufnahmen der vergangenen Jahre hatte er immer Ensembles dabei - auch bei der Besetzung herrschte oft Kontinuität. Zum ersten Mal seit über 10 Jahren wagte er sich jetzt wieder an eine Solo-Aufnahme heran. Ein Thema seines musikalischen Lebens setzt er auch hier fort: der Versuch, optische in musikalische Erlebnisse zu transformieren, transzendieren. Marc Chagall, der große Maler des 20. Jahrhunderts, Jude wie Yedid, weit von seinem Geburtsort lebend (Chagall wurde in Russland geboren und lebte hauptsächlich in Frankreich), inspirierte Yedid zu Kompositionen, die keineswegs Inhalte von Bildern widergeben oder gar beschreiben wollen. Sie sind eher der Versuch, den Geist, der während des Schaffens bei Chagall herrschte, zu erfassen und in Töne zu kleiden.
CD DetailsMusicians: Enrico Rava tp, flh, Ran Blake p
Sie sind nur ein einziges Mal gemeinsam für Aufnahmen auf der Bühne gestanden: Enrico Rava, der bekannteste europäische Trompeter, und Ran Blake, der amerikanische Pianist mit einem kaum zu überschätzenden Einfluss auf zahlreiche aktuelle Musiker. Nachdem die CD bei between the lines für lange Jahre vergriffen war, freuen wir uns, sie nun wieder re-releasen zu können!
CD DetailsMusicians: Gerry Hemingway dr, sampler, voice, Lisa Sokolov voice, James Emery g, Kermit Driscoll b, John Butcher ts, Ellery Eskelin ta, Thomas Lehn synthesizer, Herb Robertson tp, Wolter Wierbos tb
Im Jahre 2001 eingespielt und 2002 veröffentlicht, war die CD schon nach kurzer Zeit vergriffen. Seit 5 Jahren war auch das Master verschollen. Nun konnten die Originalaufnahmen benutzt werden, um ein neues Master zu erstellen. Gerry Hemingway hat selbst wieder Hand und Ohr angelegt, den Klang noch transparenter und druckvoller gestaltet.
CD DetailsMusicians: Timucin Sahin double neck guitar, John O'Gallagher as, Tyshawn Sorey dr, Thomas Morgan b
Sowohl seine Kompositionen wie auch sein Spiel auf seiner Doppelhals-Gitarre - seinem Markenzeichen - strahlen eine Individualität aus, die ihresgleichen sucht. So klingt seine Musik mal einfühlsam, melodisch, fast melancholisch - um im nächsten Moment in wilde, rocklastige Riffs auszubrechen. Man hört ein geniales Amalgam aus Xenakis, van Halen, Hendrix und Ornette Coleman - aber mitnichten Plagiate dieser von Sahin genannten Impulsgeber.
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