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Christophe Schweizer's Young Rich & Famous: Grand Grace

Artikel: BTLCHR 71241

bildbeschreibung

Besetzung: Christophe Schweizer tb, Wanja Slavin as, Oliver Potratz double b, Christian Lillinger dr, cymbals

Tracks:

Jung an Jahren, und doch schon reich an Erfahrung – und berühmt zu werden ist allemal möglich. Wenn auch nicht bei einer Hörgemeinde, die in der Musik vor allem ausgesuchte Schlichtheit sucht. Es versteht sich von selbst, dass ein Musiker mit einem angeborenen Namensspiel (bei dem der Nachname das Geburtsland verrät) auch seiner Band solch einen augenzwinkernden Namen verleiht: Young Rich & Famous. Wenn eine CD dann auch noch mit „Grand Grace“ (Große Gnade) betitelt wird, kann man davon ausgehen, dass auch der musikalische Inhalt voller Kreativität, Spontanität, Weisheit und auch Mut steckt. Wie Christophe Schweizer in seinen Liner Notes erläutert, kann man als Komponist nicht vorher sagen, wie die Musik beim Hörer ankommt und was sie auslöst. Bei improvisierenden Musikern kann man noch nicht einmal vorher sagen, wie die Kompositionen von ihnen gedeutet und ausgekleidet werden. Noch weniger weiß man das, wenn wie bei Grand Grace fließende Übergange von notierten und improvisierten Passagen angestrebt werden – die beim Hören dann auch kaum noch erkennbar sein sollen. Umso glücklicher ist Schweizer, dass die Interpretationen von Wanja Slavin, Oliver Potratz und Christian Lillinger „noch viel schöner geworden sind als alles, was ich mir zuvor gewünscht hatte“. Kompositionen, die schon durch ihre Gestaltung einen oft geradezu hypnotischen Reiz entwickeln, werden durch die Improvisationen noch weiter intensiviert und strahlen eine eigene Magie aus. Dieses Quartett hat sich gefunden, um jedem Hörer mit freiem Geist und freien Gehörgängen ein musikalisches Geschenk zu machen.

Christophe Schweizer, 1968 in Bern zur Welt gekommen, lebt heute in Hamburg. In seiner Geburtsstadt hat er kurzzeitig sowohl die Jazzschule als auch das Konservatorium besucht, doch bald zog es ihn in das Mutterland des Jazz, wo er in New York und Banff studierte – bis er 1996 endgültig nach New York umsiedelte. Er gründete eigene Formationen wie „Normal Garden“, „5SIX“,„QuadrantX“ und „Moonsun“. Parallel arbeitete er ausgiebig in verschiedenen Big Bands, von der „George Gruntz Concert Jazz Band“ und der „Mingus Big Band“ bis hin zur „Jazz Bigband Graz“. Zu den Musikern, welche an Schweizers Projekten beteiligt waren oder sind gehören unter anderm David Binney, Dan Weiss, Billy Hart, Donny McCaslin, Alex Sipiagin, Ethan Iverson, Claudio Puntin, Stéphane Galland, Sebastian Gille oder Guillaume Perret. Heute tritt Schweizer zunehmend auch als Komponist, Arrangeur und Leiter für grössere Ensembles sowie als Interpret und Solist zeitgenössischer/experimenteller Klassik in Erscheinung. Er wird 2015 mit seinem Mentor Billy Hart und der WDR Big Band ein Projekt rund um die Musik des legendären Schlagzeugers realisieren, und hat das JazzHausEnsemble Hamburg ins Leben gerufen, das 2014 u.a. mit Gary Thomas zusammenarbeitete.

Wanja Slavin, gebürtiger Freiburger und Wahlberliner seit 10 Jahren, ist spätestens seit der Auszeichnung mit dem Jazz Echo 2014 dem Kreis der Newcomer entwachsen. Gerade am Altsaxophon – er beherrscht auch Klarinette, Flöte und Klavier – entwickelte er eine schier uneingeschränkte Virtuosität. Diese stellt er aber keineswegs zur Schau, sondern bindet sie ein in musikalische Ideen.

Oliver Potratz ist ein gefragter Bassist. Sicher auch, weil er von einer beeindruckenden Vielseitigkeit ist. Von Violine und E-Bass kommend spielt er seit seiner Ausbildung in Berlin überwiegend Kontrabass. Er spielt mit Gebhard Ullmann in „Bass X3“, mit Kalle Kalima (mit dessen Band Klima Kalima er den Neuen Deutschen Jazzpreis holte), aber er begleitet auch die Jazzdiva Gitte Haenning. Diese Weltläufigkeit verleiht der Platte ein sprichwörtliches tiefes Fundament.

Christian Lillinger ist Christian Lillinger. Der Schüler von Günter “Baby” Sommer war schon immer eine eigene Kategorie - einer, der seinen Weg ging, der aneckte, der herausforderte. Aber ohne den die deutsche Schlagzeugerwelt deutlich ärmer wäre. Mit seiner Band „Hyperactive Kid“ hat er für Furore gesorgt, im Trio von Rolf Kühn ist er seit Jahren aktiv, seine „Spielte-mit-Liste“ ist mehr als beeindruckend. Und in dieses Quartett passt er wie ein perfektes Puzzle-Teil.

Presse-Echo

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