Besetzung: Yitzhak Yedid p, Daniel Hoffman v, Galia Hai v, Jonathan Gotlibovich cello, Ora Boasson Horev b
Nach "Myth Of The Cave" (BTL 028, 2003), "Passions And Prayers" (BTLCHR 71207, 2005), "Reflections upon Six Images" (BTLCHR 71215, 2006) und "Oud Bass Piano Trio" (BTLCHR 71218, 2008) ist "Since My Soul Loved" bereits die fünfte CD Yitzhak Yedids auf "Between the Lines".
Yitzhak Yedid wurde 1971 in Jerusalem als Kind syrisch-jüdischer Einwanderer geboren, studierte in den USA (u.a. bei Ran Blake), und kehrte danach nach Jerusalem zurück. Seit knapp zwei Jahren lebt er nun im australischen Brisbane, hält sich aber nach wie vor mehrmals jährlich in Jerusalem auf. Dort hat er schon als Heranwachsender regelmäßig die sefardische Ades-Synagoge besucht, weil er die Schönheit der Bakaschot-Gesänge (die kabbalistische Elemente mit arabischen Improvisationsskalen verbinden) bewunderte. Dass er später die Werke von John Cage, Béla Bartok und György Kurtág studierte und bewunderte - und darüberhinaus die Improvisationstechniken des Jazz -, macht ihn zu einem der vielseitigsten Künstler und Interpreten der Gegenwart. Yedids Kompositionen bewegen sich mit traumwandlerischer Sicherheit zwischen klassischer Moderne, jüdischen ritualen Gesängen, arabischer Harmonik und Jazz. Keinem anderen zeitgenössischen Künstler gelingt die Kreuzung dieser Genres so überzeugend.
Die fünf Sätze seines jüngsten Werkes sind hoch komplexe Kompositionen, die von den Interpreten nicht nur höchste technische Fähigkeiten abrufen, sondern auch umfassende Kenntnisse in verschiedenen Genres bis hin zur Bereitschaft, Stimmungen und Bilder in freier Improvisation lebendig werden zu lassen. Sein Ensemble besteht aus Musikern, mit denen er bereits zahlreiche gemeinsame Erfahrungen sammeln konnte, zum Teil sind sie auch schon auf früheren Aufnahmen Yedids zu hören.
"Since My Soul Loved" - so Yitzhak Yedid in den Liner Notes - handelt von der Suche des Menschen nach Glück, das sie aber in der Regel an den falschen Orten suchten. Es liege nämlich in der Seele verborgen, und das Glück ließe sich erst finden, nachdem man den Weg der Liebe beschritten habe. Eine Weisheit, der man gerade angesichts der jüngeren Entwick-lungen im Nahen Osten viel mehr Verbreitung wünschte.