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Franz Koglmann: Let's Make Love

Artikel: BTLCHR 71206

bildbeschreibung

Besetzung: Franz Koglmann tp,flh Gert Schubert v, Mario Arcari Oboe, Englischhorn Tony Coe cl, ts Tom Varner fr-h, Rudolf Ruschel tb, Raoul Herget Tuba, Robert Michael Weiss P,Glockenspiel, Peter Herbert b, Gustav Bauer cond

Aufnahmedatum: 25-27 September 2004
Aufnahmeort: ORF Radio Studio, Vienna

Tracks:

Das "Pipetet" Franz Koglmanns ist eine der langlebigsten Formationen Europas im Spannungsfeld von Jazz und europäischer Kunstmusik: bereits 1983 gegründet, hat es zwar wechselnde Besetzungen erfahren, aber mehr als die Hälfte der heutigen Mitglieder sind schon in der Gründungsphase dabei gewesen. Dies ist auch ein Beleg dafür, dass Koglmann nach vielen Jahren der Suche seit der Gründung des "Pipetet" seinen Weg gefunden hat (nicht das Ziel, wohlgemerkt...). Mit "Let´s Make Love" ist wieder ein Werk entstanden, das zwischen weiten auskomponierten und -arrangierten Phasen den Musikern doch wieder Gelegenheit gibt, ihre hochqualifizierten improvisatorischen Kommentare beizusteuern. Einige dieser Kompositionen sind auffallend an klassischen Klangidealen orientiert, aber selbst die (Jazz-)klassiker "Autumn Leaves" und "My Heart Belongs To Daddy" erstrahlen in neuem Arrangement.

Doch Koglmann wäre nicht Koglmann, wenn diese Kreationen ohne inneren Zusammenhang miteinander stünden. "Let´s make love" ist der Titel des 1960 erstmals gezeigten Spielfilms von George Cukor. Während der Dreharbeiten des Films kam es zu einer legendären Affäre von Marylin Monroe (damals mit Arthur Miller verheiratet) mit Yves Montand (verehelicht mit Simone Signoret). Diese Affäre wird in einem "imaginären Theater ohne Sänger und Sprecher" in 12 Szenen nach einem Entwurf von Christian Baier vom Pipetet so eindringlich beschrieben, dass man beim Hören mit geschlossenen Augen die Akteure und die Handlung zu sehen meint. Die jeweils kurzen Szenebeschreibungen aus dem Booklet, bestehend z.B. aus Zitaten Monroes und Montands bzw. von deren Zeitgenossen, verstärken den Eindruck, dass man dem Soundtrack eines Films lauscht, der wohl in Kürze gedreht werden wird...

Übrigens: im soeben erschienenen zweibändigen Reclam-Werk "Jazz Klassiker", in dem der 2003 verstorbene Peter Niklas Wilson als Herausgeber die seiner Meinung nach knapp 100 wichtigsten Jazzmusiker portraitiert, ist ein Kapitel Franz Koglmann gewidmet - eine längst überfällige Würdigung des Österreichers.

Presse-Echo

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