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James Emery: Fourth World

Artikel: BTL 020

bildbeschreibung

Besetzung: James Emery g, Joe Lovano ts, ss, as, a-cl, dr, perc, Judi Silvano fl, voice, Drew Gress b

Aufnahmedatum: 15.-16. Mai 2001
Aufnahmeort: Tedesco Studios, Paramus, USA

Tracks:

Wie ein wunderlicher Einfall taucht in “Bellflower” eine Melodie auf, die von einer Komposition des Bop-Piano-Außenseiters Thelonious Monk stammen könnte. Es wirft ein bezeichnendes Licht auf James Emery, dessen singuläres akustisches Gitarrenspiel in der Jazz-Tradition ebenso verwurzelt ist wie in der Welt der zeitgenössischen Klänge. Seine mit aberwitzig arabesken Haken vollzogenen Einsätze, die er im Single-Note-Spiel ebenso gekonnt einsetzt wie bei der Akkordbegleitung, kommen so plastisch daher, als wären sie aus einer Form gestanzt.

Auf “Fourth World” kommuniziert Emery mit Joe Lovano, der soeben als “Jazz Artist Of The Year” so ziemlich alle Ehrungen des Branchenmagazins “Down Beat” auf sich vereinigte. Das sensationelle an der Session ist, dass sich dieser hervorragende Musiker nicht nur auf den meisten Instrumenten der Saxofonfamilie einbringt, sondern auch als Drummer und Percussion-Player brilliert. Sein Intro auf diversen Gongs in “Worship” kreiert er eine meditative Stimmung, die von Emerys flexiblen Gitarrenlinien weitergeführt wird, bis unisono ein Thema durch die lautmalerischen Einsätze der Vokalistin und Lovanos Sopransax auftaucht. Die Bassfiguren von Drew Gress legen einen rhythmischen Puls, der das von aktionsreicher Percussion punktierte Gitarrensolo unterstützen. Die Vielfalt unterschiedlicher musikalischer Aktionsebenen macht den Charme von James Emerys neuer CD aus. In “Hannah” entsteht während des improvisatorischen Austausches zwischen Lovanos Tenorsax- und Silvanos Flötenspiel, das von unbeschwerten lateinamerikanischen Rhythmen untermalt wird, ein intelligentes Bossa Nova Ambiente. Im Kontrast dazu “The Next Level”: Der hitzige Diskurs zwischen Gitarre und Altsax stößt in neue Klangdimensionen vor, und in dem mit wuchtigenm Baß-Intro versehenen “Golden Horn” sorgt Lovano außer seiner anregenden Tenorsax-Improvisation auch für die passenden Beats.

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