Besetzung: James Poke fl, pan-pipes, Rowland Sutherland fl, pan-pipes, Richard Craig as, ts, Bradley Grant as, Dominic Saunders p, kb, Andrew Zolinsky p, kb, David Farmer acc, Darragh Morgan v, Audrey Riley cello, Julian Warburton vibes, marimba, James Woodrow g, Pete Wilson g
Aufnahmedatum: Juni 2000 - Januar 2001
Aufnahmeort: Clowns Pocket Studio, Bexley, England
Ist es Minimalmusic, Trance, Pop, zeitgenössischer Jazz oder Klassik? Icebreaker verschmelzen nicht eindeutig festzulegende musikalische Bereiche zu einem Gesamtkunstwerk. Bei ihren fantasievollen Exkursionen dringt die exquisit besetzte britische Band in Territorien vor, in die sich andere Gruppen kaum vorwagen. Das mag daher rühren, dass die von James Poke und John Godfrey 1989 gegründete Gruppe „Icebreaker“ Künstler aus Avantgarde-Regionen einbezog, in denen kopflastige musikalische Standortbeschreibungen offenbar keine Bedeutung hatten. Zwei längere Kompositionen - Damain le Gassiks „Mad Legs In A Sack“ und Gordon McPhersons „The Baby Bear’s Bead“ sowie „Goldylox“ ein Remix des vorher angeführten Titels – transportieren eine Vielzahl musikalischer Eindrücke, die sich unmittelbar an die Phantasie des Zuhöres wenden. In einem kontinuierlichen Schöpfungsprozess tauchen in zahlreichen äußerst abwechslungsreich gestalteten Sequenzen Impressionen auf, die mitunter an naturalistisch anmutende Landschaftsbeschreibungen und konträr dazu, an den Dschungel einer futuristischen Großstadt erinnern. Das im „First Movement“ von „Mad Legs In A Sack“ auftauchende Pianomotiv wird von verwirrend schönen Flöten- und Saxofonbeiträgen figuriert, während in „Second Movement“ im Satz gebotenene melodische Passagen die Geschlossenheit der aus zwölf Musikern bestehenden Band demonstrieren. Auf dem Piano erfolgt in „Third Movement“ eine der vielen möglichen Auflösungen des Klangabenteuers durch eine moderne Jazz Improvisation. Nach dem wie zu Eis erstarrten Rock-Gitarrenriff des Intros von „The Baby Bear’s Bed“ wälzt sich ein Malstrom durch exotisch anmutende musikalische Territorien, in dem sich nach und nach die gesamte Band einfindet. Derartig ungewöhnliche Sounds bekräftigen den Status von Icebreaker als eine der Bands, die mit ihrem außergewöhnlichen Repertoire stets eine Alternative zur vorherrschenden Zelebration gepflegter Langeweile darstellen.