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Bill Dixon, Franz Koglmann, Steve Lacy: Opium

Artikel: BTL 011

bildbeschreibung

Besetzung: Franz Koglmann fl-h, tp, Steve Lacy ss, Bill Dixon tp, Josef Traindl tb, Cesarius Alvim Botelho b, Aldo Romano dr, Steve Horenstein ts, Alan Silva b, Walter Malli cymbals, perc, Toni Michlmayr b, Gerd Geier electronics

Track 1+2:
Aufnahmedatum: 19. Dezember 1975
Aufnahmeort: Studio Acousti, Paris, Frankreich
Track 3:
Aufnahmedatum: 6. August 1976
Aufnahmeort: Studio Heinz, Wien, Österreich
Track 4,5,6,7:
Aufnahmedatum: 26. April 1973
Aufnahmeort: Müller Sound Studio, Wien, Österreich

Tracks:

Nichts an und in der Musik ist wirklich eindeutig. Er sei, sagte Franz Koglmann in einem Gespräch mit Robert Bilek, nicht der Meinung, anti-emotionale Musik zu machen: "Nur wird im Rahmen der Jazzrezeption alles Gefühlslastige fast immer überbetont. Deshalb hab' ich mich auf das Gegenteil draufgesetzt und wollte den intellektuellen Anteil dieser Musik herausmeißeln. Im Jazz gibt es ja diese reflexive Linie ganz klar: von Bix Beiderbecke über Jimmy Giuffre bis Bill Dixon." Ganz gleich, wie mathematisch präzise die Form ausgezirkelt ist, wir hängen unser Gefühl an die Töne. Ob sie wollen oder nicht - ganz gleich, ob sie sich zu ihrer Geschichte bekennen oder auf ihrem exklusiven Neuheits- Charakter beharren. Wie dicht ineinander verwoben Emotion und Kalkül sind, kann man auf das Einleuchtendste auf der CD "Opium" nachvollziehen.

"Opium" versammelt die frühen Aufnahmen der LP "Flaps" (1970) des Trompeters und Flügelhornisten Franz Koglmann und Bill Dixons Hommage "For Franz", die 1976 in einer auf 500 Stück limitierten Ausgabe erschien. Bereits in diesen frühen Aufnahmen, die doch so überraschend aktuell und zeitgemäß klingen, scheint Koglmanns Konzept eines reflexiven Jazz vollkommen ausgereift und bis in die feinsten Verästelungen der zahllosen, ineinandergreifenden Motive und Improvisations-Linien der Musik hinein ausdifferenziert.

"Opium" ist zugleich intellektuelle Herausforderung und pures Abenteuer des Hörens. Diese Aufnahmen sind auch beispielhaft für die Selbstzurücknahme der Musiker, für ihre Bereitschaft, hinter die Idee von der Gemeinsamkeit der Musik zurücktreten zu können. Doch das Konzept ist nicht um seiner selbst willen da – es ist eine Anweisung, die mit Leben erfüllt werden muß. Und dies gelingt hier auf beispielhafte Weise.

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